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From an article in the Berlin newspaper "Der Tagesspiegel":
Jüdischer Architekt
Zum Artikel "Ein Haus muß voller Kinder sein" vom 1.Juli 1999
Das Haus in Dahlem, erworben für die Vorgängerin von
Thierse im Amt des Bundestagspräsidenten und nun Wohnsitz des
Bundespräsidenten und seiner Familie, hat auch einen Architekten. Sein
Name taucht bis jetzt in keinem der mir bekannten Zeitungsberichte auf.
Es ist der Berliner Bruno Ahrends (1878 bis 1948), der die Villa für
sich und seine Familie im Jahr 1911 errichtete. Neben weiteren
Landhäusern und Villen baute er vor allem an der "weißen Stadt" in
Reinickendorf mit (1930), eine der reformerischen Großsiedlungen in
Berlin.
Ahrends, Vertreter des Neuen Bauens in der Weimarer Republik, wurde
wegen seiner jüdischen, Herkunft in die Emigration getrieben und
erreichte England mit seiner Familie auf dem Fluchtweg über Italien. Er
teilt das Schicksal mit vielen Hunderten deutschen Architekten, denen
der Nationalsozialismus "ihren Namen nahm". Der Architekt kehrte nicht
mehr nach Berlin zurück.
Es gibt in Berlin die "Gesellschaft zur Erforschung von Leben und Wirken
deutschsprachiger jüdischer Architekten", die an diese Gruppe z. B. mit
Stadtführungen zu den erhaltenen Bauten erinnert.
Dr. Hedwig Wingler, Berlin-Spandau
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